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In der Ewigkeit finden wir Trost
Lesedauer 2 MinutenIn der Ewigkeit finden wir Trost Wir sagen: „In ewiger Liebe“, „Du bist für immer mein Sohn oder meine Tochter“, „Ich werde Dich nie vergessen“ oder „Du wirst für immer in meinem Herzen sein“. In Sätzen wie diesen zeigt sich unsere tiefe Sehnsucht nach Bestand, nach der Ewigkeit und nach Trost in einer vergänglichen Welt. Sie sind Ausdruck unseres tiefen Wunsches, dass Liebe, Erinnerung, Identität und Bindungen nicht vergehen. Als Menschen greifen wir nur zu gerne nach der Ewigkeit. Ewige Wahrheiten in Redewendungen und Sprichwörtern sind spiegeln eine Sehnsucht wieder. Wir errichten Denkmäler aus Stein, schreiben Bücher für die Nachwelt und pflanzen Bäume, die unsere eigene Lebenszeit überdauern…
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Gottes andere Wahrheit
Lesedauer 2 MinutenWir Menschen neigen dazu, Gott mit unseren Maßstäben zu messen. Wir fragen, warum er Leid zulässt, warum er nicht eingreift, warum er schweigt, wenn wir nach Antworten suchen. Was, wenn all diese Fragen von einer grundlegenden Fehlannahme ausgehen? Was, wenn Gottes Wahrheit nicht die unsere ist, seine Wahrnehmung nicht die unsere ist, seine Prioritäten nicht mit unseren übereinstimmen? Wir begreifen Intelligenz als Sprache, Logik, Reflexion – als das, was uns Menschen ausmacht. Doch wäre ein göttliches Bewusstsein an diese Begrenzungen gebunden? Wäre es nicht viel eher eine Intelligenz, die sich jenseits unserer Kategorien bewegt, die nicht nach unseren Gesetzen urteilt, sondern nach einer Ordnung, die wir nicht erfassen…
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Gottvertrauen vs. stoische Akzeptanz
Lesedauer 5 MinutenDas Akzeptieren von Dingen, die außerhalb unseres Einflusses liegen, ist ein hoher Wert in der stoischen Lehre. Es soll uns davor bewahren, unsere Kraft an Dinge zu verschwenden, die wir weder beeinflussen noch kontrollieren können. Für den Stoiker ist das der Schlüsseln zur Atarxia, dem inneren Frieden. Statt sinnlos gegen die Welt anzurennen, sollen wir uns auf uns selbst und unsere persönliche Entwicklung konzentrieren. Diese stoische Akzeptanz ist jedoch nicht das erste Prinzip der Stoiker; sie ist vielmehr die logische Konsequenz des stoischen Weltbilds. Die stoische Philosophie und Ethik bieten interessante Antworten auf viele Fragen des Lebens. Sie besitzen nach wie vor große Anziehungskraft und vermitteln ein Bild…
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Augustinus von Hippo – Radikale Liebe und ewiger Frieden im Gottesstaat
Lesedauer 4 MinutenEs klingt herausfordernd und mühsam, alle und jeden zu lieben. Genau das aber fordert Augustinus, einer der bedeutendsten christlichen Theologen und Philosophen. Geboren im Jahr 354 n. Chr. in Nordafrika, war Augustinus Bischof von Hippo Regius und ist bekannt als einer der Kirchenväter der westlichen Kirche. Seine Schriften und Lehren haben die christliche Theologie und Philosophie bis heute maßgeblich beeinflusst. Besonders prägend ist sein Werk „De civitate Dei“ (Der Gottesstaat), in dem er die Grundzüge seiner Vorstellung von Liebe und Frieden darlegt. Was aber genau meint Augustinus, wenn er von Liebe spricht? Für Augustinus geht es nicht nur darum, Gefühle für jemanden zu haben, oder einer Person zugeneigt…
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Realität und Wirklichkeit – Dasselbe oder doch nicht?
Lesedauer 3 MinutenRealität und Wirklichkeit – Dasselbe oder doch nicht? Ontologische Differenz: Über Realität, Wirklichkeit und die Macht der Ideen Die deutsche Sprache bietet mit den Begriffen „Realität“ und „Wirklichkeit“ eine ontologisch aufschlussreiche begriffliche Unterscheidung an. Im Gegensatz dazu verwendet der angelsächsische Raum „Reality“ oft umfassend für beide Konzepte. Diese sprachliche Trennung ist ein Schlüssel, um die Existenz nicht-materieller Entitäten philosophisch zu verorten. Fragen wir etwa nach der Existenz des Weihnachtsmanns, der Gerechtigkeit oder des Kapitalismus: Sie sind zweifellos nicht physisch greifbar, entfalten aber enorme kausale Kraft. Um diese Dichotomie zu beleuchten, muss die tiefere Bedeutung von Realität und Wirklichkeit im Alltag reflektiert werden. Realität vs. Wirklichkeit: Eine begriffliche Präzisierung…
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Am Ende geht es darum, was sie glauben-Glaube ist unvermeidlich
Lesedauer 4 MinutenEs wird wohl einer der letzten heißen Tage dieses Jahres sein. Also auch einer der letzten Abende, an denen ich in meinem Garten am Rande der Unendlichkeit sitze, das Feuer beobachte und die Ruhe und Zurückgezogenheit genieße. Es sind diese mystischen Momente, für die ich mir gerne Zeit nehme. Und da kam mir ein Gedanke: Alles Wissen und aller Wissenschaft zum Trotz geht es am Ende darum, was die Menschen glauben. Wissen Sie, was ich glaube? Dass der Glaube nicht genug wertgeschätzt wird. Er macht auf mich einen recht gebrechlichen Eindruck. Er hat gelitten, und das sieht man ihm an. Dabei tun wir ihm Unrecht, denn der Glaube…
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Universalien: Ihre Bedeutung in Wissenschaft und Philosophie
Lesedauer 5 MinutenDie Grundlagen der Wissenschaft: Platons Ideenlehre und das Universalienproblem Wahrscheinlich würden die meisten zustimmen, wenn jemand sagt, es gibt Menschen, Tiere, Steine, Sterne, Elektronen oder schwarze Löcher. Jedenfalls sehen wir täglich, Menschen, Tiere, Sterne, wobei Elektronen und glücklicherweise auch schwarze Löcher weniger alltägliche Begegnungen sind. Nun, ganz so einfach ist es aber nicht. Was diese Begriffe nämlich ausmacht, ist, dass sie Allgemeinbegriffe, sogenannte Universalien sind. Universalien sind eine tolle Sache, denn sie helfen uns die Welt besser zu verstehen, sie zu strukturieren und zu kategorisieren. Aber sie sind weit mehr als das. Sie sind vor allem die Grundlage dafür, dass wir überhaupt Wissenschaft betreiben können. Universalien und Wissenschaft…
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Atheismus und Naturwissenschaft: Warum Wissenschaft letztlich auch eine Glaubensrichtung ist
Lesedauer 6 MinutenAtheismus und Naturwissenschaft: Die prägenden Weltauffassungen unserer Zeit und warum Naturwissenschaft letztendlich auch eine Glaubensrichtung ist Die moderne Welt präsentiert sich zunehmend als eine, die ohne die Vorstellung eines Gottes auskommt. Auch andere Erklärungsformen, die sich auf höhere Prinzipien oder eine höhere Ordnung berufen, sind heute nicht sehr gefragt. Ganz im Gegenteil: Viele neigen dazu, derartige Erklärungsformen als Spinnerei zu deklarieren. Nietzsche sagte, Gott sei tot und wir hätten ihn getötet. Die Aufklärung legte für diese tödliche Bewegung maßgeblich den Grundstein. Heute sind Atheismus, der Glaube an die Abwesenheit jeglicher Götter und die Naturwissenschaft, die unter dem Banner des Naturalismus operiert – eine Weltanschauung, nach der alles was…




























