Was ist Glück?
Ethik und Moralphilosophie

Über Glück – Und andere Dinge, die man gut behaupten kann

Lesedauer 2 Minuten

Über Glück – Und andere Dinge, die man gut behaupten kann

Was ist Glück? Eine Sammlung gut gemeinter Antworten auf eine falsche Frage

Glück ist, was man nicht hat, solange man es sucht. Oder anders: Glück ist, wenn man vergisst, dass man es wollte. Glück ist, wenn es nicht weh tut. Oder wenn es nur kurz weh tut. Oder wenn man nicht weiß, dass es weh tut und sich später sogar dafür bedankt.

Die alten Denker sagten: Glück sei innere Ruhe. Die neuen sagen: Es ist ein Kontoauszug, auf dem mehr steht als beim Nachbarn. Manche sagen auch: Es ist ein Morgen ohne Termine. Oder ein schöner  Abend mit gutem WLAN.

Baruch de Spinoza – oder jemand, der so ähnlich heißt – schrieb:
„Die Selbstzufriedenheit ist die höchste Form der Vernunft.“
Andere sagen, sie sei bloß Faulheit in edlem Gewand. Aber was wissen andere schon.

Wer sich selbst genug ist, braucht nichts – außer vielleicht eine Couch. Und vielleicht jemanden, der nicht widerspricht. Oder ein bisschen Stille. Vielleicht auch Bestätigung. Am besten alles gleichzeitig.

Früher war Glück ein metaphysischer Zustand. Etwas zwischen Weltgeist und Seelenfrieden. Heute ist es eine Lieferzeit unter 24 Stunden. Eine Bahn die pünktlich fährt. Ein Fensterplatz im Flugzeug. Oder ein Akku der den ganzen Tag hält. Vielleicht auch ein Moment der nichts von einem will.

Dazwischen liegt das, was man „Leben“ nennt – zu groß, um es zu verstehen, zu gewöhnlich, um es zu hinterfragen.

Der Mensch hat viele Namen für das Glück:
Zufriedenheit
– Sinn
– Flow
– Bruttoinlandsprodukt

Was gerade besser klingt.

Der wahre Weise aber erkennt:
„Nicht der ist glücklich, der viel hat, sondern der, der viel postet – und nichts fühlt.“
Laotsé. Wahrscheinlich nicht. Egal.

Es heißt, Glück sei kein Ziel, sondern ein Weg. Ein Weg, auf dem man früh aufsteht,
kalt duscht, bewusst atmet, und sich irgendwann fragt:
„Warum fühle ich eigentlich nichts, obwohl ich alles richtig gemacht habe?“

Und dann beginnt die Suche von vorn – aber diesmal mit mehr Achtsamkeit und anregenden Wohlfühltees. Und einer App, die es schafft Glück zu messen anhand von Herzfrequenz und Schrittzahl.

Manche sagen, Glück beginnt im Inneren. Andere beginnen lieber außen – und kaufen sich erst mal was Schönes. Eine neue Uhr vielleicht oder ein Urlaub der gut aussieht auf Fotos. Auch das ist eine Form von Selbsterkenntnis. Jedenfalls eine mit einer Quittung.

Glück ist, was man nicht hat, solange man es sucht. Und wenn man aufhört zu suchen, nennt man es Zufall. Oder Einbildung. Oder man schreibt einen Text darüber – und hofft irgendwie, dass es reicht.



Externe Links:

Stanford Encyclopedia of Philosophy: Happiness

Interne Links:

Über Sinn – Und andere Dinge, die man dringend braucht


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