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Mord an Iryna Zarutska: Was hat Iryna Zarutska getötet?
Lesedauer 5 MinutenMord an Iryna Zarutska: Was hat Iryna Zarutska getötet? Manchmal sind es nur wenige Sekunden. Wie der Mord an Iryna Zarutska – eine junge Frau, 23 Jahre alt – in einem Zug in Charlotte, North Carolina. Sie sitzt entspannt, Kopfhörer in den Ohren, vertieft in ihr Smartphone, nichts ahnend von dem Grauen, das sich hinter ihr anbahnt. Plötzlich steht ein Mann auf – Decarlos Brown Jr., 34, mit einer Geschichte von Vorstrafen –, zieht ein Messer und sticht dreimal zu. Sie sackt zusammen, weinend, blutend, auf einem schäbigen Sitz. Um sie herum schockierte Fahrgäste, selbst völlig überfordert von dieser plötzlichen, rohen Gewalt. Ein Leben endet, bevor irgendjemand begreifen…
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Über Sinn – Und andere Dinge, die man dringend braucht
Lesedauer 2 MinutenSinn ist keine feste Größe, kein Schatz, den man irgendwann einfach hebt. Er lebt in der Bewegung, in der Suche, in den immer neuen Versuchen, die Welt zu ordnen. Vielleicht liegt seine Bedeutung gerade darin, dass er sich nie endgültig festlegen lässt. Und weil er so beweglich ist, wirkt er zerbrechlich. Sinn scheint daher oft bedroht. Er wird vom Alltag verschluckt, vom Zweifel zernagt und von Routinen überlagert. Manchmal aber auch, weil man merkt, dass er nicht immer hält, was er verspricht. Und so bleibt er das Einzige, was man sofort und unbedingt haben muss, sobald er verschwindet – und das Erste, was man vergisst, sobald er auftaucht.…
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Über Glück – Und andere Dinge, die man gut behaupten kann
Lesedauer 2 MinutenÜber Glück – Und andere Dinge, die man gut behaupten kann Was ist Glück? Eine Sammlung gut gemeinter Antworten auf eine falsche Frage Glück ist, was man nicht hat, solange man es sucht. Oder anders: Glück ist, wenn man vergisst, dass man es wollte. Glück ist, wenn es nicht weh tut. Oder wenn es nur kurz weh tut. Oder wenn man nicht weiß, dass es weh tut und sich später sogar dafür bedankt. Die alten Denker sagten: Glück sei innere Ruhe. Die neuen sagen: Es ist ein Kontoauszug, auf dem mehr steht als beim Nachbarn. Manche sagen auch: Es ist ein Morgen ohne Termine. Oder ein schöner Abend…
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Freiheit gibt es nicht? Über die Möglichkeit des Undenkbaren
Lesedauer 6 MinutenFreiheit gibt es nicht? Über die Möglichkeit des Undenkbaren Was Sie hier lesen, ist kein gewöhnlicher Text über Freiheit. Er ist auch kein Plädoyer für Selbstbestimmung, keine philosophische Meditation über Verantwortung und auch kein Lobgesang auf das autonome Ich. Im Gegenteil: Es ist der Versuch, einen Gedanken zu formulieren, der alles was wir darüber zu wissen glauben, in Frage stellt. Was, wenn es keine Freiheit gibt – nicht einmal im Innersten des Ichs? Was, wenn unsere Handlungen nicht aus uns hervorgehen, sondern wir nur der Ort sind, an dem sie zum Vorschein kommen? Was, wenn jede Entscheidung nur die nachträgliche Rechtfertigung eines bereits vollzogenen Vorgangs ist? Was, wenn…
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Metaphern – Sprache ist ein Metapherngefängnis
Lesedauer 4 MinutenSprache ist ein Metapherngefängnis Es war nur ein Tropfen auf den heißen Stein und vielleicht sind Sie auch schon einmal aus allen Wolken gefallen. Möglicherweise, weil sie sehr bildhaft, ungewöhnlich und manchmal auch fast schon poetisch wirken. Diese Beispiele zeigen gut, wie tief Metaphern in unserer Sprache verwurzelt sind und unser tägliches Denken prägen. Sieht man aber genau hin, dann sprechen wir ständig in Bildern, oft, ohne es zu merken. Der Strom fließt, die Zeit vergeht. Wir sprechen von Teilchen, Kraftfeldern, Energie, Information, so als wären es Tatsachen. Aber was ist denn ein „Teilchen“? Ein Punkt im Universum? Eine mathematische Formel? Oder einfach ein Wort für etwas, das…
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Sündenfall: Eva, Eden und die Illusion der Freiheit
Lesedauer 4 MinutenDie Geburt der Ordnung aus dem Geist des Ungehorsams – und warum der Sündenfall bis heute unser Denken von Freiheit bestimmt Der Sündenfall erzählt von einem Anfang – und zugleich von einer Verstrickung. Eva, die erste Frau, greift nach der Frucht vom Baum der Erkenntnis, isst davon und gibt sie an Adam weiter. Mit diesem einen Akt, so heißt es, tritt das Menschengeschlecht aus der Unschuld heraus und wird erkenntnisfähig. Gut und Böse sind fortan unterschieden, Scham und Schuld treten in die Welt. Oft liest man die Geschichte aber auch als einen Mythos der Befreiung. Denn ohne Evas Mut zum Ungehorsam, so die Deutung, wären wir heute nicht…
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Sprache: Die Welt ist ein Wort
Lesedauer 4 MinutenSprache: Die Welt ist ein Wort Stell Dir vor, Du erwachst in einer Welt ohne Sprache. Keine Worte, keine Sätze, keine Geschichten. Wie würdest Du diese Welt verstehen? Ohne Sprache bleibt alles um uns herum ein wildes Durcheinander von Eindrücken und Empfindungen. Du sieht, hörst, riechst, fühlst, aber was siehst Du? Da ist kein „Baum“, kein „Himmel“, kein „Ich“. Alles bleibt stumm, formlos, zusammenhanglos. Wer ist dieser Mensch, der keinen Namen hat? Was soll er von sich denken, ohne ein „Denken“ zu haben, das sich benennen kann? Was bleibt, wenn alles Erleben formlos ist, jedes Gefühl namenlos, jede Wahrnehmung nur ein dahinschießender Strom von Eindrücken? Er wird wohl…
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Ökonomie und Macht – oder wie Theorien die Welt formen
Lesedauer 4 MinutenÖkonomie und Macht – oder wie Theorien die Welt formen In den Naturwissenschaften bleibt Erkenntnis meist ein offener Prozess. Auch wenn dort Interessen und Ideologien nie ganz fehlen, geht es im Kern um Fragen, die selten unmittelbare gesellschaftliche Relevanz haben. Ob das Quantenfeld existiert oder dunkle Materie sich anders verhält als erwartet – solche Fragen lösen keine gesellschaftlichen Konflikte aus. Sie berühren das Leben der meisten Menschen kaum. Hypothesen werden aufgestellt, geprüft und widerlegt, ohne dass daraus politische Schlachten entstehen. In der Ökonomie ist das anders. Ökonomische Modelle, Empfehlungen und Narrative greifen tief in die Gesellschaft ein. Sie prägen Gesetze, steuern Märkte und beeinflussen politische Entscheidungen. Neutralität bleibt…





















