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Politische Rhetorik: Weniger Ethos, weniger Logos dafür jede Menge Pathos
Lesedauer 3 MinutenPolitik als Endlos-Performance: Wo früher Argumente zählten, regieren heute Affekt und Inszenierung. Ein Abgesang auf das Logos in Zeiten der digitalen Dauererregung. Wäre Aristoteles heute ein Berater für politische Rhetorik, würde er möglicherweise verzweifeln oder zynisch werden. In seiner Rhetorik entwarf er einst eine Architektur der Überzeugung, die auf einer Balance beruhte. Das Ethos (der Charakter und die Glaubwürdigkeit des Redners), das Pathos (die emotionale Ansprache) und das Logos (das vernunftgeleitete Argument). Es war die Idee einer harmonischen Dreifaltigkeit, in der das Gefühl zwar den Weg bahnt, der Verstand aber das Ziel definiert. Blickt man jedoch auf die politische Landschaft der Gegenwart, gleicht diese Architektur eher einer Ruine.…



