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Politische Rhetorik: Weniger Ethos, weniger Logos dafür jede Menge Pathos
Lesedauer 3 MinutenPolitik als Endlos-Performance: Wo früher Argumente zählten, regieren heute Affekt und Inszenierung. Ein Abgesang auf das Logos in Zeiten der digitalen Dauererregung. Wäre Aristoteles heute ein Berater für politische Rhetorik, würde er möglicherweise verzweifeln oder zynisch werden. In seiner Rhetorik entwarf er einst eine Architektur der Überzeugung, die auf einer Balance beruhte. Das Ethos (der Charakter und die Glaubwürdigkeit des Redners), das Pathos (die emotionale Ansprache) und das Logos (das vernunftgeleitete Argument). Es war die Idee einer harmonischen Dreifaltigkeit, in der das Gefühl zwar den Weg bahnt, der Verstand aber das Ziel definiert. Blickt man jedoch auf die politische Landschaft der Gegenwart, gleicht diese Architektur eher einer Ruine.…
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Stoische Ethik: Akzeptanz und Apathie als Ideal
Lesedauer 4 MinutenDie stoische Ethik, eine der einflussreichsten philosophischen Lehren der Antike, wurde um 300 v. Chr. von Zenon von Kition in Athen gegründet. Benannt nach ihrem Treffpunkt, der „Stoa poikile“ der „bunten Halle“, legt sie besonderen Wert auf Pflichtbewusstsein und Vernunft. Die Stoa präsentiert ein Modell ethischen Handelns, das den Menschen anleitet, im Einklang mit der Natur zu leben und durch den Gebrauch seiner Vernunft ein tugendhaftes Leben zu führen. Diese Ethik ist sowohl intellektualistisch als auch universalistisch, da sie auf allgemeingültigen Prinzipien beruht und sich an alle Menschen unabhängig von Herkunft oder sozialem Status richtet. Grundannahmen der stoischen Ethik Die stoische Ethik basiert im Wesentlichen auf zwei zentralen…







